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Flatex Erfahrungen von Thomas Müller

vor 16 Jahren
Über einen Freund wurde ich auf flatex aufmerksam. Bis zu diesem
Zeitpunkt hatten mich immer die hohen Kosten vom Aktienkauf abgehalten.
Anmeldung (PostIdent) und Zusendung der Unterlagen haben problemlos
funktioniert. Etwas verwirrend waren am Anfang die zwei Passwörter,
dafür hat man keine TANs (die Sicherheit diesbezüglich zu beurteilen,
überlasse ich anderen). Gut empfinde ich, dass man sich selbst am
Anfang in eine bestimmte Risikoklasse eingruppiert, wodurch z. B.
hochriskante Produkte automatisch gesperrt bleiben. Bei flatex hat man
die Möglichkeit, Standardaktien (DAX usw.) zum "All-inclusive-Preis"
von 5,90 Euro im Direkthandel zu einem ständig aktualisierten,
börsenähnlichen Preis zu kaufen. Limits kann man natürlich auch setzen,
funktionierte alles einwandfrei. Zusammen mit der kostenlosen
Depotführung ein attraktives Angebot. Xetra und Präsenzbörsen kosten
mehr (5,00 Euro + Börsengebühr). Dies habe ich daher nicht getestet -
spezielle Finanzprodukte genauso wenig, als Einsteiger bin ich aber
sehr zufrieden.
V
Flatex Erfahrungen von Vitali

vor 16 Jahren
Ich spiele seit einigen Jahren an der Börse. Jeder, der das auch macht, weiß genau wie viel Geld er an Provisionen verliert. Um diese Kosten zu senken, habe ich 2006 ein Depot bei Flatex aufgemacht.
Als erster Kauf habe ich etwa 1.000,00 Euro in die Terax Energy Inc. Aktien investiert und auf große Gewinne gehofft.
Nun, am 29.01.2007 war es so weit. Als ich in mein Depot geschaut habe, war der Kurs der Aktie um 500% zum Vortagskurs gestiegen. Ohne lange Überlegungszeit habe ich alle meine Terax Aktien direkt an der Frankfurter Börse verkauft. Diese Transaktion wurde am gleichen Tag durchgeführt und der Erlös auf mein Konto überwiesen.
Hier ist die Verkaufsbestätigung:
200% Gewinn in weniger als zwei Monaten, das war für mich traumhaft.
Zwei Monate später fing der Horror an. Am 23.03.2007 hat Flatex in meinem Depot -14.250 Aktien von der Firma Terax Energy Inc. mit Nummer US88078Q3020 angelegt und einen Brief geschrieben, dass ich wegen des Reverse Split im Verhältnis 20:1 mehr Aktien verkauft hätte, als ich in Besitz hatte und müsste deswegen mein Depot ausgleichen und 14.250 Terax Energy Inc. Aktien nachkaufen. Dafür hat mir der Online Broker eine Frist von 10 Tagen gesetzt und geschrieben, dass in dem Fall, dass ich das nicht tue, sie dies an meiner Stelle durchführen und mir die Kosten in Rechnung stellen.
Allerdings hat diese Aktie eine ganz andere WKN, als die, die ich verkauft habe und der Aktienkurs stand viel höher, als der Verkaufskurs am 29.01.2007. Damit hätte ich weit über 100% Verlust gehabt.
Ich hatte mit dem Online Broker keinen Vertrag bezüglich Verpflichtungsgeschäften für Leerverkäufe abgeschlossen und konnte dieses Schreiben nicht akzeptieren.
Der Briefaustausch mit Flatex hat mir nichts gebracht und ich musste einen Rechtsanwalt hinzuziehen.
Auch dies hat mir nicht weitergeholfen, nach mehreren Monaten Untersuchungen und Briefwechsel bin ich zu dem Punkt gekommen, dass mein Fall ohne ein Gerichtsverfahren nicht gelöst werden kann.
Inzwischen war Kurs der Aktie so weit gestiegen, dass ich ein Minus etwa 40.000 EUR auf meinem Konto hatte. Am 25.06.2007 hat die Aktie ihren Höchststand erreicht (3,70 EUR), so dass mein Konto schon bei minus 52.725 EUR stand, das entspricht einem Verlust von etwa 50.000 EUR. Bei diesem Streitwert würden die Gerichtskosten steil in die Höhe gehen. Ich hätte mir das nicht leisten können, aber Flatex hat weiter stumm gewartet.
Mein Geld auf dem Konto (etwa 7.500 EUR) wurde vollständig gesperrt und ich konnte keine Aktien kaufen oder auf anderes Konto überweisen.
Ein Versuch, den Online Broker zu bewegen, ein Gerichtsverfahren gegen mich einzuleiten, scheiterte auch und meine Briefe bezüglich Freigabe meines Kontoguthabens und Kündigung des Depots blieben ohne Antwort.
In dieser Zeit habe ich im Internet recherchiert und einige interessante Informationen gefunden. Es ist wahr, dass am 29.01.2007 ein Reverse Split der Aktie unter Änderung der WKN durchgeführt wurde, allerdings hat die Frankfurter Börse dies verschlafen und weiter die Aktien mit alten WKN gehandelt. Auf dieses Ereignis haben die Banken unterschiedlich reagiert: einige haben die Aktie gesperrt und aus dem Handel ausgenommen, andere haben die Transaktionen mit der Terax Aktie storniert oder aber den Reverse Split beim Käufer durchgeführt.
Hier ist die Meldung von HSBC Trinkaus & Burkhardt AG für die Terax-Aktienkäufer aus trendinvest.net.
Die einzige Alternative die ich noch gesehen habe, war meinen Fall dem Ombudsmann Bundesverband deutscher Banken zu melden. Das habe ich auch im September gemacht.
Zwischenzeitlich, auf Grund der zahlreichen Fehler in der Flatex Web-Applikation, konnte ich mein Geld retten und auf mein Girokonto überweisen.
Nach vier Monaten Wartezeit habe ich im Januar die Entscheidung von Ombudsmann bekommen:
Ich hatte schon gedacht, dass dies endlich den Sieg gegen Flatex (biw AG) bedeutete. Nur, im Text unten hat der Schlichter geschrieben, dass ich darauf hinzuweisen wäre, dass ich mich auf der Grundlage der vorstehenden Beurteilung ungerechtfertigt bereichert habe. Auf Grund meines Verkaufsauftrages für 15.000 Stücke "alt" hatte ich Anspruch auf einen Erlös, der dem letzten Kurs vor dem Reverse Split am Vortag entsprach.
Bezüglich der Höhe der Bereicherung wurde die biw AG aufgefordert, die konkrete Differenz ausrechnen und der Kundebeschwerdestelle beim Bundesverband der deutschen Banken mitzuteilen.
Der Schlichtungsspruch ist für die Bank bindend und ich kann innerhalb von sechs Wochen ab Zugang der Mitteilung an Ombudsmann entscheiden ob ich ihn annehmen werde.
Das ist für mich natürlich auch bitter, aber so kann ich diese Entscheidung akzeptieren. Das wären für mich, nach meiner Rechnung 2.385,00 EUR minus Rechtsanwaltskosten, weil ich den Rechtsstreit gegen die Bank gewonnen habe.
Aber auf die Antwort der biw AG musste ich nicht lange warten. Zwei Wochen nach dem Ombudsmann Spruch bekam ich von ihr einen Brief mit der Bitte, den Betrag die ungerechtfertige Bereicherung in Höhe 2.892,75 EUR auf das Konto zu überweisen. Den Brief habe ich am 28.01.2008 erhalten. Als Frist hat mir die biw AG spätestens den 28.01.2008 gesetzt. Das bedeutete sofort, am gleichen Tag.
Ausdrücklich wurde ich darauf hingewiesen, dass für den Fall eines nicht fristgerechten Zahlungseingangs, sie die Angelegenheit ihren Rechtsvertretern zu übergeben und diese mit der gerichtlichen Durchsetzung der Zahlung zu beauftragen.
Immerhin hat die Bank nicht nur die Höhe der "Bereicherung" falsch berechnet, indem der Verkaufskurs der Aktie zugrunde gelegt wurde und nicht der "alte" Kurs vor dem Reverse Split, sondern auch auf die von Ombudsmann gesetzte Frist von 6 Wochen verzichtet.
Die richtige Berechnung der Höhe meiner "Bereicherung" mit dem Abzug der Anwaltskosten (2.068,82 EUR) hat mein Anwalt an biw AG gesendet. Damit war biw AG sofort einverstanden.
Nach meinen Erfahrungen mit Flatex rate ich allen, die bei der Bank ein Depot haben, eine gute Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Der billigste Broker Deutschland kann doch sehr teuer werden.
Außer meinem Unglück, dass ich die Terax-Aktien am 29.01.2007 verkauft habe, hat Flatex dies zusätzlich ausgenutzt, mich für alles verantwortlich gemacht und damit ein paar Tausend Euro abkassiert. Im Fall, dass ich keinen Anwalt genommen und dem Ombudsmann nicht geschrieben hätte, hätte diese Bank mein ganzes Leben ruinieren können. So ist der Umgang der biw AG mit den Kleinanlegern.
Ich habe auch Pech, dass es nach deutschen Gesetzen fast unmöglich ist, den genauen Schaden auszurechnen, der aufgrund des falschen Verhaltens der Bank erstanden ist.
Alle Briefe, die ich von biw AG bekommen habe, wurden direkt von den Vorstandvorsitzenden Thomas J.Schmidt und Dirk Franzmeyer unterzeichnet.
W
Flatex Erfahrungen von Wolfgang

vor 16 Jahren
Flatex ist etwas besser als die meisten Optionsscheinbroker. Die
Ausführung ist mindestens vergleichbar mit normalen Banken (Citibank,
Sparkasse). Ich handele seit Jahren und fing bei diesen an. Richtig ist
die Kritik, daß mitunter über die Börsen gehandelt werden muß. Dies
liegt aber nicht an Flatex, sondern an den Emittenten. Besonders DB
steht seit langer Zeit unter Verdacht sich einen Extrabakschisch durch
verzögerte oder gar nicht vorhandene Kursstellung zu erschleichen. Wer
wirklich sekunden- oder mindestens minutengenau handeln will, ist aber
bei optionscheinbrokern sowieso fehl am Platz. Die Kosten sind einfach
viel zu hoch. Im CFD-Handel gibt es intraday keine Finanzierungskosten
und der Spread liegt bei 1-2 geteilt durch 4700 (alles nur Dax, Aktien
kosten mehr). Die besten CFD-Broker sind derzeit wohl FXFlat und
igmarkets bei Short (Minuszinsen, d.h. man bekommt Overnight Geld
geschenkt) und XTB bei long (gar keine Zinsen). Viele haben bei beiden
ein Konto.
Lynx ist teurer.
Nochmals: wer jetzt ein Dax-CFD
kauft und dieses bis 2012 liegen lassen wil,l um es bei 8000 zu
verkaufen, zahlt gar nichts. Dies gibt es bei Optionsscheinen, Knock
outs, naturgemäß nicht.